Elektronett Noem Nova//

Seven Noem aus Vorarlberg und Tom Pi-d  aus Salzburg mausern sich gerade zum Newcomer-Tipp. Unangepasst, talentiert und eigenartig.

Schon bei den ersten Vorveröffentlichungen von Niob Noir war einem klar, Noem Nova, das ist ein Studio-Act von Musikliebhabern für Musikliebhaber. Elektrizismus. Verwandlung. Mutation. All das sind die zentralen Themen von Noem Nova. Nicht Stil, nicht Artistdefinition, sondern Definition der eigenen Herangehensweise. Der Auftritt der Noem Nova’s im Dornbirner Prachtclub „Conrad Sohm“ hatte seine entrückten Momente. Das lag zum Teil daran, dass Seven Noem in einem bonbontürkisen Glitzer-Miniballonkleid und glänzenden Voltonleggins mit opulentem 80er Paillettenmuster bestickt auf die Bühne kam. Das lag aber vor allem an den federleichten Melodielinien von Kafi-d, die über die konträren Grooves des im Rheintal schon fast legendären Drummer „Carlo Lorenzi“ zu schweben schienen. Auf Tour spielen sie in unterschiedlicher Besetzung. Wer gerade in der Nähe ist, wird in die Show einbezogen. Einzig Drummer Carlo Lorenzi gilt als das Quäntchen Fixum der Noem Nova’s und verdickt das Elektronett live zum Nonplusultra. Producer und Keyboarder Tom Pi der gerne den Charme des Alten mit der neuzeitlichen digitalen Welt verbindet, reflektiert konstante Erneuerung als auch die ständige Neuerfindung von Möglichkeiten. Sängerin Seven Noem polarisiert. Einige ihrer Texte wie der von „Sharks in heaven“ sind ungewöhnlich direkt und kritisieren den Nerv ziehenden Impuls eines ungeliebten Kindes mit wütenden Worten. In „Futijama“ macht sie sich keck über die Männerwelt lustig. „I’m the hot shot you are bleeding for, I’m the strange tone on a radio, but I’m the Futijama in Tokyo“. Wer das ernst nimmt, ist selber schuld. Ein Blatt nimmt sie sich selten vor den Mund. Die Ernsthaftigkeit wird bei ihr eher in der Form denn im Inhalt deutlich. Das Abstrakte hat dabei mehr zu bieten als das Offensichtliche. Ihre Musik kommt wunderbar frisch daher, einerseits überraschend ungewohnt, anderseits sehr eingängig, ohne sich dabei anzubiedern. Das hat natürlich auch, aber eben nicht nur mit der Tatsache zu tun, dass sie mit den Querverweisen auf die frühen achtziger einen ganz neuen Fokus setzen. Als Konstante steht vor allem eins: Noem Nova lieben es subtil, ausufernd, farbenprächtig. Viel wichtiger ist aber, dass die beiden grosses Songwriter-Talent haben und den Nerv der Zeit treffen. Noch vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums ‚Niob Noir’ wird Noem Nova als das Goldkorn im Sand der Selbstbestimmungsversuche einer reizüberfluteten Generation gehandelt und nicht zuletzt dass verleiht dem Elektro-Act aus dem Rheintal einen ritterlichen Glanz mit Perspektive.
© 2011 Noem Nova